Schweinehund überwinden, sich zu bewerben-

Den Schweinehund überwinden – 10 Tipps zum Durchstarten

Aufschieberitis und das mulmige Gefühl, mit etwas Neuem zu beginnen? Jeder kennt das und es ist völlig normal. Die Kunst besteht darin, den Schweinehund zu überwältigen oder auch seine Angst in den Griff zu kriegen.

Den Schweinehund überlisten – aber wie…?

Hah, ja gesagt – getan. Oder eben nicht. Theoretisch zu verstehen, was wir tun müssen, ist nicht die vertrackte Sache. Das Hindernis sind eher wir selbst und unsere Bequemlichkeit und/oder Angst. Was also tun, um endlich den Schritt zu wagen, um mit einer Bewerbung, der Steuererklärung oder dem Hausputz anzufangen?

Meine Tipps, die Dich ins Handeln bringen:

1. Schritt für Schritt

Rom wurde auch nicht an einem Tag gebaut. Insbesondere in Zeiten von Internet und ständiger Verfügbarkeit sind wir daran gewöhnt, dass alles direkt passiert. Aber viele Dinge, insbesondere persönliche (Lern-)Prozesse brauchen ihre Zeit. Erwarte nicht von Dir selbst und anderen, dass alles immer direkt wie erwartet funktioniert. Setze Dir kleine und konkrete Meilensteine, die Du erreichen willst (wie z.B. morgen Vormittag möchte ich das Grundgerüst meines Lebenslaufes erstellt haben).

2. Konkret, konkret, konkret!

Ich habe es oben schon einmal erwähnt: konkrete Meilensteine. Warum genau komme ich darauf nochmal zu sprechen? Oft werden wir von einer großen Idee, einem Vorhaben, einem Plan überwältigt. „Ich möchte was Gutes für die Welt tun.“ ist schön – bringt Dich aber wenig weiter bei Deiner Jobsuche oder bei was auch immer Du tust (Du suchst ja nicht nur einen Job in Deinem Leben…hoffe ich). Werde so konkret wie möglich bei Deinen Vorstellungen. Große Pläne und Ziele verlieren ihre angsteinflößende Wirkung, wenn wir sie greifbar machen. „Ich möchte in meiner Nachbarschaft einen Tauschring eröffnen.” ist konkret und Du kannst direkt die Auswirkungen erkennen.

3. Lass Dich inspirieren

In der Welt da draußen gibt es viel viiiiiel funky Zeug. Wenn Du einen nächsten größeren Schritt planst und Dir das alles nicht ganz koscher vorkommt: surfe im Netz und suche nach Menschen, die Tolles für sich erreicht haben. Und das muss nicht Steve Jobs sein. Es gibt auch kleine Erfolgsgeschichten – ich finde sie oft in facebook-Gruppen, wo Menschen ihre Geschichte teilen oder stolpere woanders im Netz über sie (auch mal auf Bored Panda…). Das Tolle ist, dass insbesondere bei facebook-Gruppe echte Menschen hinter der Geschichte stehen und sie Dir so das Gefühl geben, nahbar zu sein. Aber auch im „echten Leben“ gibt es haufenweise Inspiration. Bei Unterhaltungen mit fremden aber auch bekannten Gesichtern kommen oft die tollsten Geschichten zum Vorschein.

4. Glaubenssätze ausmerzen

„Das schaff´ ich sowieso nicht…“ ist Bullshit. Das ist ein Glaubenssatz, den Du Dir in den letzten Jahren vermutlich durch Scheitern in manchen Angelegenheiten angeeignet hast. Das ist völlig in Ordnung. Ich hatte mal ein traumatisierendes Erlebnis mit einer Wandertruppe, die damit endete, dass ich japsend einen Berg hochhechelte und die Gruppe sauer war, dass ich so langsam war. Danach war ich überzeugt, dass ich einfach suuuuper unsportlich sei und nicht wandern könne. Ich war überzeugt davon, nicht wandern zu können…Hirnrissig. Natürlich kann ich einen Schritt vor den anderen setzen. Es brauchte Jahre bis ich anfing, wieder mit anderen in die Natur – am liebsten die Berge zu gehen. Auch jetzt bin ich noch nicht die schnellste – aber darum geht´s ja auch nicht. In meinem Tempo halte ich mit.

5. Kenne Dein Tempo!

Kenne Dein Tempo und erkenne es an. Setze Dir selbst realistische Ziele und Zeitrahmen. Wenn Du weißt, dass Du keine Erfahrung im Umgang mit Powerpoint hast, erwarte nicht, dass Du das von Dir gewünschte Ergebnis so schnell wie ein erfahrener User erhältst. Genauso verhält es sich auch mit dem Jobeinstieg: erwarte nicht, dass Du innerhalb von zwei Wochen drei Jobangebote hast. Versuche, bestmöglich Deine eigenen Fähigkeiten und Situation zu bewerten. Alles andere setzt Dich unnötig unter Druck, frustriert Dich und lässt Dich dann scheitern.

6. Nobody´s perfect!

Mit dem Start warten bis alles perfekt ist? Hm. Das kann unter Umständen hinderlich sein. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und Fehler machen uns eben zu Menschen und nahbar. Bevor Du Nächte lang über irgendetwas grübelst, kann es von Vorteil zu sein, einfach mit der Unperfektion anzufangen und die besseren Ergebnisse für später anzusetzen. Mit der Übung und Erfahrung wirst Du besser. Just do it!

7. Informiere Dich

Wissen ist Macht. Wenn Du weißt, was Du zu tun hast oder was passieren wird, erscheint es Dir bereits viel weniger gruselig. Auch wenn Dir die Aussicht, Dich in ein bestimmtes neues Thema einzuarbeiten, erst einmal Unbehagen bereitet, wird es Dir auf lange Sicht Selbstsicherheit geben. Viele Menschen haben Angst vorm Fliegen, weil sie die Kontrolle über die Situation abgeben müssen. Werde also der Pilot in Deinem Leben und erhalte mit Informationen Kontrolle über das, was Du vorhast. Wenn Du weißt, was z.B. bei einer Geldanlage wichtig ist, erscheint Dir das Thema „Geld“ schon weitaus weniger angsteinflößend und Du kannst nicht so leicht über den Tisch gezogen werden.

8. Hol Dir Unterstützung!

Du sitzt allein in Deinem Zimmer und grübelst über Deinen Bewerbungsunterlagen, Deiner Abschlussarbeit oder gar der Steuererklärung? Dir fallen gefühlt Millionen andere Sachen ein, mit denen Du Dich jetzt lieber beschäftigen würdest? Ich habe gute Nachrichten für Dich: Du bist nicht allein! Dort draußen gibt es zig andere Leute, denen es genauso geht wie Dir. Tu Dich mit Ihnen zusammen! Triff Dich mit Freunden zum gemeinsamen Vorankommen oder frage sie nach Unterstützung/Rat. Suche Dir eine Arbeitsgruppe, um zusammen an den jeweiligen Aufgaben zu arbeiten und Euch gegenseitig zu motivieren. Auch das Internet bietet Foren bzw. Facebook-Gruppen, in denen Du „Mitleidende“ aber auch Erfahrene und Experten findest. Im Zweifelsfall kann Dir ein Experte (wie ich… ;)) schnell bei Deinem Anliegen weiterhelfen und Dir neue Einfälle bzw. Perspektiven geben.

9. Male Dir das allerschlimmste sowie das beste Szenario aus

Wenn Du Dir zuerst das allerschlimmste Szenario ausmalst, was passieren wird, wenn Du jetzt etwas machst und dann das allerbeste wirst Du bemerken: Das allerschlimmste ist so etwas wie „Ich scheitere und muss noch einmal von Neuem anfangen“ oder „Andere finden das komisch“. Es ist oft ein triviales Gefühl der Angst. Das positive Szenario hingegen kann viel konkreter sein und bei genauem Hinschauen überwiegen die positiven Effekte. Unsere Gedanken formen auch unsere Realität. Daher ist es gut, Dich in der erfolgreichen Situation in der Zukunft zu visualisieren. Viele erfolgreiche Menschen folgen genau dieser Methode und stellen sich vor, was sie genau in der Zukunft machen werden und wie sie dorthin kommen. Vertraue Dir selbst. Was hast Du zu verlieren?

10. Belohne Dich und genieße kleine Erfolge

Dein Lieblings-Chai-Tee oder dieser Titel-Song Deiner Lieblingsserie. Ein Spaziergang im Wald oder Anruf bei Deiner besten Freundin. All das können Belohnungen sein, die Du Dir selbst gönnen solltest. Und zwar nicht nur für den großen Coup, sondern auch für die kleinen Erfolge – das Erreichen der kleinen Ziele. Ich habe eben zur Feier einer Zwischenetappe meinen aktuellen Lieblingssong, zum Thema Veränderung und Durchstarten angespielt, um in der Küche dazu lauthals zu singen (Hier zu sehen – 80s rock).

Das unschlagbare Gefühl, wenn etwas in Bewegung kommt

Ganz wunderbar ist das wohlige Gefühl, das sich in der Magengegend ausbreitet, wenn Du den entscheidenden Schritt wagst und es endlich losgeht. Umso besser wird das Gefühl, wenn dann etwas passiert. Dass die Welt sich bewegt und Du selbst Einfluss auf Deine Umwelt hast (aus unternehmerischer Sicht beschreibt Steve Jobs das Phänomen der Selbstwirksamkeit hier). Selbstwirksamkeit und der Flow, der mit ihr entsteht bringen ganz wunderbare High-Gefühle.

Hey ho, let´s go…!

Du hast Lust, los zu starten? Ich auch. Lass uns gemeinsam Erfolge feiern, scheitern, uns freuen und weinen. Lass uns unsere Zukunft gestalten, aktiv gestalten – und uns dort hinbewegen, wo wir hinwollen. Auch wenn wir uns jetzt vielleicht noch nicht so sicher sind, wo dieser Ort genau ist. Mit Neugier und Leidenschaft werden wir ihn kreieren.

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2 Comments. Leave new

  • Liebe Julia – vielen Dank für diesen tollen Artikel. Ins “tun” kommen kann manchmal so schwer/leicht sein.
    Musik ist für mich nicht nur Belohnung (über deinen Lieblingssong musste ich ein wenig schmunzeln 😉 ) sondern gibt mir sehr häufig den ersten Motivationskick. Ich hab mir dafür bei spotify verschiedene Playlist angelegt – von “KickStarter-Musik” über “im Flow bleiben” bis “Achtsamkeit”
    Also noch mal vielen Dank für deinen Input und ich bin auf weitere Artikel gespannt.
    Liebe Grüße, Nicole

    Reply
    • Frau Fuchs
      31.08.2017 12:13

      Liebe Nicole,
      manchmal höre ich auch einen Song, um eine Starthilfe zu haben. Heute morgen waren es das Mantra “Om nama Shivaya” und dann “Joyful joyful”. Ich musste aber in den letzten Wochen feststellen, dass ich mit Musik inzwischen nur noch selten gut arbeiten kann. Ich suche da noch die flowige Musik. 🙂 Vielleicht mach ich mich da nochmal ran…
      Danke für Deine warmen Worte! Es freut mich, dass Dir der Artikel gefallen hat.
      Alles Liebe,
      Julia

      Reply

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