Was machen nach dem Studium

Uniabschluss – und was kommt jetzt?

Der Uniabschluss bedeutet den Eintritt in eine neue Lebensphase. Studipartys und Semesterferien waren gestern. Die Zeit zwischen Uniabschluss und Job. Was macht sie aus?
Langsam färben sich die Baumkronen gelb und rot. Der Sommer mit den langen Nächten im Grünen ist vorbei. Grillen, planschen, Bierchen zischen. Jetzt heißt es, sich warm anziehen. Mütze an, die steifen Ohren nicht halten, sondern wärmen.

Neue Lebensabschnitte können sich wie der Herbst oder wie der Frühling anfühlen. Wie der Herbst: Blätter fallen, es wird kälter, „man muss sich warm anziehen“. Wie der Frühling: die Sonne wärmt die Haut, die Vögel zwitschern, „Du bist voller Tatendrang“. Manchmal wechseln sich Frühling und Herbst innerhalb kürzester Zeit in Deinem Innenleben ab. Aufregung, dass etwas Neues beginnt weicht der Angst, dass dieses Neue nicht so ist wie Du es Dir vorgestellt hast.

Studium beendet – was nun?

Insbesondere nach dem Uni-Abschluss beginnt eine ganz neue Etappe. Mein Vater sagte mir schon seit der 4.Klasse jedes Jahr, dass „nun der Ernst des Lebens anfinge“. Der Ernst des Lebens, soso. Aus heutiger Sicht, mit Erinnerung an meine Pausenbrote, die ich auch noch in der 5.Klasse geschmiert bekam, kann ich nur milde lächeln. Wenn es diesen „Ernst des Lebens“ wirklich geben sollte, fing er mit Sicherheit nicht damals ein. Nein. In die Uni zu gehen, das war ein ganz neuer Abschnitt. Aber immer noch war sie da – die süße Komfortzone der Familienversicherung, Studentenpartys, Stundenpläne und Mini-Jobs. Wirklich ernst fühlte sich das noch nicht an. Wenn es diesen Ernst wohl also gibt, dann fängt er gefühlsmäßig für die meisten von uns mit dem Uni-Abschluss an.

Gestern noch der König/die Königin der Welt, mit der Abschlussurkunde in der Hand, bereit die Welt zu verändern. Heute mag dieses Gefühl schon verflogen sein. Um es mal in Curses Worten zu sagen: „Und was ist jetzt?“. Auch wenn Du Dir schon Gedanken gemacht hast, wie es weitergehen könnte, vielleicht schon ein paar Bewerbungen geschickt hast und Dich auf den neuen Lebensabschnitt freust…da ist sie: die kriechende Angst, die Zweifel, der Druck.

Jeden Tag verbringst Du mehr und mehr Zeit auf Jobbörsen, in Internetforen und Facebook-Gruppen. Immer auf der Suche nach DEM Job, Inspiration, Antworten auf Deine Frage „Und was ist jetzt?“. Die Frage „Und was gibt´s Neues bei der Jobsuche?“ kannst Du nach spätestens vier Wochen schon nicht mehr hören und sagst „Alles noch nix konkretes.“, wobei Du insgeheim weißt, dass die Aussicht auf was Konkretes viel entfernter ist, als es sich in dieser Antwort anhört.

Und Mama sagt…

Deine Eltern sorgen sich, vielleicht bist Du wieder bei ihnen eingezogen. Die gut gemeinten Ratschläge von Mama und Papa: „Hier bei der Firma XX in XX wird gerade ne Stelle frei im XX. Wäre das nicht was für Dich?“ gehört noch zu den besten Tipps. Oft teilen Eltern auch Erfahrungen aus der Zeit, als sie mit der Uni abgeschlossen haben…und keinen Job gefunden haben. Oder der Freund von Papa jemanden kannte…Manchmal gibt es auch Vorwürfe oder Mitleid: „Was? Du hast immer noch keinen Job? Jetzt wird´s aber mal langsam Zeit!“ oder auch gerne gesehen: „Mensch, Du wirst ja auch nicht jünger…“. Wir lieben unsere Eltern. Wirklich. In der Zeit der Jobsuche und Orientierung nach dem Studium ist es toll, dass sie an unserer Seite stehen. Aber meistens haben sie nicht gerade die Ratschläge auf Lager, die Du brauchst. In den 80er Jahren – in denen der Großteil unserer Eltern in den Job eingestiegen ist, sah die Welt einfach noch anders aus. Lederjacken, Anti-AKW und Sponti-Sprüche, Yuppies und Neue Welle. Kein Bachelor und kein Master. Kein Instagram, kein Facebook. Nur das Telefon im Hausflur der WG – mit einer Liste, in die jeder seine vertelefonierten Minuten eintrug. Nein, unsere Welt ist heute eine andere.

Tausend Möglichkeiten – Ich weiß nicht, was ich machen soll

Orientierung und Jobsuche konzentrieren sich heute nicht mehr nur rein auf unser nächstes Umfeld. Auf einen Knopfdruck oder eine Bildschirmberührung öffnet sich ein Mehr an Möglichkeiten. Für ein Auslandspraktikum nach Vietnam? Traineeship in der NGO in London? Direkteinstieg bei dem Start-Up in Berlin? Aber der Mittelständler in Heilbronn sieht auch nicht schlecht aus oder doch aussteigen und auf einen Bio-Hof nach Brandenburg ziehen???…Wir haben das Luxusproblem der 1000 Möglichkeiten. Wir können alles machen, was wir wollen. Reisen, hier bleiben. Haus bauen, Kinder, Selbstverwirklichung…Die Welt und vor allen Dingen das Internet mit all seinen Infos bietet uns ungeahnte Möglichkeiten. Und erhöht auch den Druck. Was ist, wenn eben eine der anderen Chancen etwas viel besseres zu bieten hat? Dein Kumpel hat sich entschieden, nach ein Unternehmen zu gründen und postet jetzt immer diesen verrückten Kram auf facebook. Deine beste Freundin fängt in der Öffentlichkeitsarbeit in ihrer Heimatstadt an und wohnt neben ihren Eltern. Bald kommt das erste Kind. Und Du fragst Dich: “Warum mache ich das nicht?”

Wir wollen alles und kriegen nichts

Im Dschungel dieser X-Millionen Möglichkeiten hältst Du Dir womöglich erst einmal alle Möglichkeiten offen. Es hört sich ja auch alles nicht schlecht an. Der Direkteinstieg hat seine Vorteile – genauso wie das Auslandspraktikum. Die eine NGO macht coole Projekte, genauso wie dieses eine soziale Start-Up, das jetzt gerade heiß diskutiert wird. Du kannst Dir vorstellen, bei allem dabei zu sein. Es ist super, dass Du so offen bist und Dich auf Chancen einlässt. Aber die Wahrheit ist: irgendwann musst Du Dich entscheiden. Für das, was Du willst und wer Du bist. Was Dich interessiert. Und wo die Reise hingehen soll. Ansonsten bist Du ein Fähnchen im Wind. Profillos. Ziellos.

Zukunftsangst nach dem Studium

Aus dieser Ziellosigkeit können Verzweiflung und Angst werden. Zukunftsangst. „Was soll nur aus mir werden?“ und ähnliche Gedanken tauchen auf. Sie lähmen. Sie saugen Energie. Sie vernebeln unseren Blick. Wenn Du das Gefühl hast, dass Du auf solch einem Weg bist, gibt es ein paar Kniffe, die ich Dir ans Herz legen will, um nicht zu versumpfen und in ein Loch zu fallen. Tatsächlich muss diese Zeit nicht nur von Absagen geprägt sein – it´s time for magic.

Um ausführlichere Infos und Tipps zum Thema Zukunftsangst zu erhalten, empfehle ich Dir meinen Artikel
Meine 5 Tipps, wie Du die Zeit zwischen Studium und Job am besten nutzt (in Arbeit!)

Ich wünsche Dir eine gute Zeit und allzeit guten Kurs.

Herzlichst, Deine Julia – Frau Fuchs

Photo by Ray Hennessy on Unsplash

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